Individuelle Müslimischungen, Bio-Kosmetik in Gläsern, Fahrradtouren für Touristen in verschiedenen Sprachen, Designobjekte für Büros oder eine Website für unbegleitete Flüchtlinge – die Liste der von den Schülern in den Sommerferien gegründeten Unternehmen ist lang und bunt.

Die Idee dazu kommt von Kerstin Heuer. 2012 gründete sie das Unternehmen „Futurepreneur“ in Hamburg, das sich zum Ziel gesetzt hat, Schüler unterschiedlichster Herkunft stark für die Zukunft zu machen, indem sie motiviert werden, diese selbst in die Hand zu nehmen. Dazu gründen sie in den Sommerferien ein eigenes Unternehmen – angefangen vom Businessplan mit Startbudget bis hin zur Produktentwicklung und Markteinführung. Unterstützt werden sie dabei durch Gründer, wie z.B. den Jimdo-Mitgründer und CEO Matthias Henze.

Dass die Schüler im Alter von 14-18 Jahren in vielen Fällen so gute Produkte entwickeln, dass diese sogar von etablierten Unternehmen angefragt werden, zeigt das Beispiel von Fiona, einer während des Sommerunternehmerprogramms 15-jährigen Wilhelmsburger Gymnasiastin, deren selbst hergestellte Bio-Kosmetik in Gläsern von einem Onlineshop angefragt wurde. Das ist nur eine von vielen Erfolgsgeschichten. Der Gewinn des Deichmann-Förderpreises für Integration 2018 ist eine weitere. Ebenso der Austausch mit anderen Gründern, wie denen von Jimdo oder About you, auch nach Ende des Programms.

„Was die Schüler aus dem Programm vor allem mitnehmen, ist ein völlig neues Mindset“, so Kerstin Heuer, Gründerin und Geschäftsführerin von Futurepreneur. „Sie entwickeln sich zu selbstbewussten wissenshungrigen Menschen, die über den Tellerrand schauen und schon genaue Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft haben.“

Dieses „Mindset“ war auch deutlich spürbar, als einige der Absolventen des Sommerunternehmerprogramms Ende November bei XING zu Besuch waren. Im Rahmen eines Workshops mit einem der XING Coaches sollte dort angeknüpft werden, wo das Sommerunternehmerprogramm aufhört: Sich der im Programm erworbenen besonderen Fähigkeiten noch bewusster zu werden und diese in simulierten Bewerbungssituationen anzuwenden.

Mithilfe verschiedener Übungen wurden ihnen ihre Stärken, die sie im Sommerunternehmerprogramm erworben haben, vor Augen geführt. Sie haben gelernt, diese z.B. im Rahmen eines Elevator Pitches, mit dem sie sich auf eine fiktive Stelle bewerben mussten, gewinnbringend einzusetzen.

Aber es ging vor allem auch darum, was die Schüler selbst von einem potenziellen Unternehmen erwarten. Darüber haben sie z.B. mit Pauline Fuchs, Auszubildende bei XING diskutiert, die einen Einblick in ihren Ausbildungsalltag gegeben hat. Beeindruckend war, dass die teilweise erst 14-jährigen Schüler dabei Dinge, wie ergebnisorientiertes Arbeiten, flexible Arbeitszeiten, Wohlfühlatmosphäre, Vielfalt und Umgang auf Augenhöhe benannten.

„Solche Jugendlichen habe ich selten erlebt. Sie kommen nach der Schule hochmotiviert hierher, haben Stärken, von denen manche Führungskräfte träumen können und bereits jetzt klare Vorstellungen von einer Arbeitswelt, die durch Flexibilität, Work-Life-Balance und flache Hierarchien gekennzeichnet ist“, so David Blum, XING Coach, der sonst Führungskräftetrainings für Erwachsene anbietet.

„Mit dem Angebot wollen wir Jugendliche dabei unterstützen, ihren individuellen Weg ins Berufsleben zu finden. Es ist uns eine Freude, „Futurepreneur“ auch langfristig zu unterstützen“, so Claudia Weigt, CSR Managerin bei XING.