Seit über sechs Jahren ist Magith Noohukhan schon bei der Online-Plattform. Inzwischen vertritt er als XING-Evangelist das Social-Networking-Unternehmen auf Konferenzen und Ereignissen überall in ganz Europa und zeigt Menschen, wie sie sich sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Leben erfolgreich entwickeln können.

Dieses Interview ist ursprünglich im Online Marketer Magazine veröffentlicht worden.

 

Geboren und aufgewachsen ist Magith Noohukhan an der Südspitze Indiens in einer Stadt namens Colachel. „Nachdem ich meinen Ingenieur gemacht hatte, zog ich mit 22 Jahren in die Metropolregion Bangalore, um meine Karriere zu starten“, erzählt Noohukhan. Es war am Anfang schwieriger als gedacht, einen Arbeitsplatz zu finden, erinnert er sich. An über 50 Interviews in einem Zeitraum von vier Monaten nahm er teil. „Schlussendlich fand ich meinen ersten Job und war so glücklich,
dass ich das über alle Maßen feiern musste.“ Dann allerdings passierte das letzte, womit er gerechnet hätte: „Ich wurde am dritten Tag gefeuert!“ Daraufhin habe er sich aber aufgerafft und fand innerhalb von zwei Wochen einen anderen Job. In der Folge arbeitete er drei Jahre lang für ein paar multinationale Unternehmen.

„Mit 25 Jahren beschloss ich, etwas Neues auszuprobieren, und verließ Indien“, berichtet er weiter. Noohukhan beschloss, nach Deutschland zu kommen, um sein Aufbaustudium in „Robotics Engineering“ an der Fachhochschule Darmstadt zu beginnen. Gleich nach seinem Studium war er für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen, München, tätig und absolvierte dort sein Praktikum sowie seine Masterarbeit. „Danach war es so weit, die zweite Phase meiner Karriere musste begonnen werden.“ Und zwar mit der Hoffnung, dieses Mal nicht am dritten Tag wieder gefeuert zu werden. Erneut sendete er einige Bewerbungen an zahlreiche Unternehmen – einige schrieben zurück, viele reagierten aber nie. Doch dann kam der entscheidende Anruf von XING.

Magith, wie hast du reagiert, als XING anrief?

Ich war überglücklich und ging zum Interview. XING rief mich danach an und sagte: „Wir mögen dich, aber wir sind nicht sicher, ob du für den Job (Software-Tester) passt.“ Welch hübsche Ironie, wie ich fand, da die Inder für ihr technisches Know-how weltweit bekannt sind. Aber sie hatten Recht, ich war nicht sehr gut darin und auch nicht selbstmotiviert genug. Allerdings sagten sie: „Warum kommst du nicht zu XING für zwei Wochen und lernst den Alltag hier sowie die Menschen kennen. Wenn du die Firma magst und umgekehrt, bekommst du den Job.“ Ich kam und ich mochte, was ich sah, und beschloss dauerhaft zu bleiben.

Und wie wurdest du dann ein Evangelist?

Nach fast zwei Jahren als Software-Test-Ingenieur erkannte ich, dass ich diese Tätigkeit nicht auf Dauer ausüben wollte. Ich versuchte, in einige andere Positionen innerhalb des Unternehmens zu kommen – aber ich scheiterte. Tage und
 Wochen vergingen. Ich konnte mich einfach nicht mehr
 motivieren, diesen Job zu machen, und wurde zunehmend
deprimiert. Da erkannte ich: Wenn ich eine Änderung
 brauche, muss es aus mir heraus geschehen. Ich kam eines Tages zur Arbeit, setzte mich an meinen Schreibtisch und habe meine eigene Arbeitsbeschreibung geschrieben.

Meine ganz persönliche Vision davon, was ich für XING tun wollte und wie mein Traumjob aussehen sollte. Ich ging damit zum CTO Jens Pape und wir diskutierten hin und her und gingen dann damit auch zum Vorstand. Nach knapp einem Jahr und einigen Änderungen sowie der Definition der KPI (Leistungskennzahlen) habe ich grünes Licht bekommen. Jens fragte mich, was meine Berufsbezeichnung sein sollte. Ich dachte eine Woche lang darüber nach und wählte dann „Evangelist“. Im deutschsprachigen Markt ist der Titel nicht sehr bekannt, jedoch dafür erfolgreich in amerikanischen Firmen. Somit dachte ich, ich könnte derjenige sein, der den Titel des Evangelisten einführen kann.

Was ist dein Ziel und was machst du jetzt?

Als XING-Evangelist vertrete ich die Firmen- und XING-Plattform bei Konferenzen und Veranstaltungen in ganz Europa. Ich habe es zu meiner Aufgabe gemacht, die Vision von XING zu verbreiten und zu vermitteln – mit dem Ziel, Profis in ihrer Entwicklung zu fördern. In den letzten 24 Monaten war ich auf 90 Konferenzen: Global Talent Management Leaders Summit, Next, DigitalK, HR Innovation Forum, Falling Walls, Suisse Emex, Apps Welt, Lieferung von Dingen, Digital Brand Masterclassing, APS-Co und Reeperbahn Festival, nur um einige zu nennen. Insgesamt habe ich 3.365 Präsentationsminuten gehalten und bin 72.401 Kilometer weit gereist. Zudem engagiere ich mich auch aktiv für die Start-up-Community und die App-eco-Systeme in ganz Europa.

Was ist dabei die größte Herausforderung?

Wege zu finden, eine überzeugende Geschichte in diesem wettbewerbsorientierten Markt über XING zu erzählen 
und mich gleichzeitig im ganzen Unternehmen, von der Technologie bis zum Produktablauf auf dem Laufenden zu halten, genauso wie draußen in der Tech-Industrie. Da ich der erste und einzige Evangelist bei XING bin, habe Ich auch das Privileg, alle neuen Horizonte auszuprobieren.

Warum hast du dich für XING entschieden und wie hat
das Unternehmen dein Leben verändert?

Wie bereits erwähnt, arbeitete ich für wirklich große Firmen in Indien und verlor dabei nach einer Weile meine Begeisterung, denn man hat geringe Chancen, etwas zu beeinflussen. So wollte ich nach meinem Studium zu einer kleinen Firma gehen und da stieß ich auf XING. Als ich zum Unternehmen stieß, waren wir etwas mehr als 250 Personen. Nun sind es fast 1.000. Persönlich gab mir XING die Gelegenheit, von Engineering zu einem Evangelisten zu werden, und wie ich schon sagte, dieser Titel ist noch fast unbekannt in Deutschland beziehungsweise im gesamten DACH-Raum.

Und das hat mein Leben verändert, sowohl persönlich als auch beruflich in den letzten drei Jahren. Schließlich ist es unsere Aufgabe, Profis in ihrer Entwicklung zu fördern. Somit versuchen wir diese Firmenkultur zuerst innerhalb des Unternehmens zu leben, bevor wir es nach außen hin kommunizieren oder bewerben.

Und wie sieht dein Arbeitsalltag bei XING aus?

Ich verbringe sehr viel Zeit mit Reisen in verschiedenen Städten und Ländern, um über XING zu berichten. Im Durchschnitt reise ich circa 50 bis 60 Mal im Jahr. Wenn ich in meinem Hamburger Büro bin, versuche ich mich mit Menschen aus verschiedenen Geschäftsbereichen zu vernetzen, um mehr über den Markt zu erfahren und auch darüber, was als nächstes auf XING zukommt: Wenn ich verreise, lerne ich ständig neue Menschen und interessante Start-ups kennen und teile dabei die Geschichte von XING auf der Bühne.

 

 

Und wie genau hilft die Online-Plattform seinen Benutzern?

XING bedient Millionen von Fachleuten mit unterschiedlichen Erwartungen, Ausbildungen, Wünschen, Karrierezielen und Familienhintergründen, die aber alle eines gemeinsam haben: Sie wollen ein erfolgreiches persönliches und berufliches Leben führen. XING befähigt Menschen, sowohl im persönlichen als auch im Berufsleben erfolgreich zu sein. Es kommen Menschen zu uns, um den perfekten Job zu finden, der zu ihrem Lifestyle passt. Und es gibt Firmen, die zu uns kommen, weil sie den richtigen Kandidaten finden wollen. Andere wiederum kommen zu uns, um die richtigen Veranstaltungen und Konferenzen zu finden, an denen sie teilnehmen möchten. Menschen kommen auch, weil sie ihr Netzwerk erweitern wollen und um Industrie-News lesen zu können. Wir haben darüber hinaus über 80.000 Gruppen, an denen sie teilnehmen können.

Sollte jeder Online-Marketer auf XING sein und wenn ja, warum?

XING schafft Möglichkeiten für Menschen, ob es sich um 
Personen handelt, die sich präsentieren wollen, oder ob es Unternehmen sind, die ihre Marke vertreten wollen. Als Online-Marketer ist es fast überlebenswichtig, da zu sein, 
wo die Zielgruppen sind. Und XING hat mehr als 12 
Millionen Mitglieder im DACH-Raum. Damit kann man 
die eigene Zielgruppe sehr genau finden und nutzen. In der Welt des Social Media ist die Bereitstellung von relevanten Inhalten für die Nutzer sehr wertvoll.

Engagiert sich XING sozial, beispielsweise in Wohltätigkeits-Projekten?

Ja, das tun wir. Einmal im Jahr fliegen alle XING-Mitarbeiter aus allen Standorten für drei Tage nach Hamburg. In dieser Zeit haben die Menschen die Möglichkeit, neue Produktideen für das Unternehmen zu entwickeln, die vor allem auf die Vision des Unternehmens ausgerichtet sind. Wir nennen es Prototyping Days. Allerdings: In diesem Jahr ging es nicht um neue Produktideen, sondern um das „Zurückgeben“. Wir wollen Menschen in Not helfen und unterstützen werthaltige Projekte in verschiedenen XING-Standorten, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Insgesamt wurden 24 Projekte etabliert. Ein Teil der Projekte unterstützt Stiftungen, einige Kinderkrankenhäuser und Kindergärten und andere haben mehr ihren Fokus auf die Umwelt wie das Projekt „Den Osterbek Rekultivieren“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Natur und Biodiversität (NABU) zum Schutz des Hamburger ökologischen Lebens. Weitere Projekte konzentrieren sich auf die Unterstützung von Flüchtlingen. Wir helfen ihnen dabei, Arbeitsplätze sowie Mentoren zu finden.