Anmerkung der Redaktion: Anfang dieses Jahres war sie gestartet, unsere Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Diese richtete sich insbesondere an Frauen, die nach einer familienbedingten Erwerbsunterbrechung wieder ins Berufsleben einsteigen wollen. In Netzwerkworkshops lernten sie, sich ein tragfähiges berufliches Netzwerk aufzubauen, das ihnen die Rückkehr in den Job erleichtert. XING-Trainerin Constanze Wolff leitete für uns über das Jahr die verschiedenen Workshops und zieht nun Bilanz.

Sind meine Kompetenzen überhaupt noch für den Markt interessant? Ist es angebracht, meine Familie im Lebenslauf zu erwähnen? Wie gehe ich offensiv mit der Kinderpause um? – Fragen dieser Art häuften sich in den Netzwerk-Trainings für Berufsrückkehrerinnen, die ich in diesem Jahr im Auftrag von XING und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin, Köln, Frankfurt, München und Hamburg gegeben habe. Eine auch für mich neue Situation: In den sonst von mir durchgeführten Offiziellen XING-Seminaren sitzen überwiegend berufstätige Männer. Was unterscheidet nun diesen sehr speziellen Teilnehmerkreis von den üblichen Seminarbesuchern?
Die o.g. Fragen offenbaren vor allem eines: eine tiefgehende Unsicherheit in Bezug auf die eigenen Kompetenzen als auch die gesellschaftliche Akzeptanz von Familienarbeit. Ich war nicht nur überrascht, sondern geradezu erschreckt, wie massiv das Selbstwertgefühl der Frauen schon nach nur wenigen Jahren Pause in der Erwerbsbiografie gelitten hatte. Allen war klar, dass soziale Netzwerke heutzutage eine große Rolle bei der Suche nach einem Job spielen, aber bis zu diesem Training hatte sich kaum eine getraut, ihre Persönlichkeit und ihr teilweise umfassendes Know-how öffentlich über ein XING-Profil zu präsentieren. Promovierte Biologinnen und Frauen mit langjähriger Auslandserfahrung zweifelten an ihrer Vermittelbarkeit und dem Interesse potenzieller Arbeitgeber. So galt es für mich vor allem Ihnen mit einer guten Portion XING-Wissen erste Schritte auf dem Weg ins Erwerbsleben aufzuzeigen.

Dass sie diese nun mit mehr Mut und Selbstvertrauen gehen, beweist das tolle Feedback: Die Teilnehmerinnen zeigten sich durchweg begeistert von den Möglichkeiten, die XING ihnen für den Wiedereinstieg bietet. Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit, das Gelernte direkt vor Ort und unter den Augen eines Profis auszuprobieren – so konnten zahlreiche Berührungsängste und manchmal sogar Datenschutzbedenken ausgeräumt werden. Auch für mich waren die Workshops aufschlussreich, zeigten sie nicht nur, welche große Rolle berufliche Vernetzung  gerade für den Wiedereinstieg spielt sondern auch wie groß der Bedarf nach Erfahrungsaustausch bei den Frauen ist. Sie dabei – auch mit der eigens eingerichteten XING Gruppe – unterstützen zu können, hat mir außerordentlich viel Spaß gemacht.

Für alle, die nicht an den Trainings teilnehmen konnten, gibt es hier noch einmal zum Nachzulesen die Top 3-Anfängerfehler aus dem kürzlich erschienenen „XING für Dummies“:

1. Ihre Kontaktliste unsichtbar machen

XING basiert auf dem Prinzip der Vernetzung über gemeinsame Kontakte. Sie können in den Kontakten Ihrer Kontakte suchen, sich einem interessanten XING-Mitglied vorstellen lassen oder sich selbst als aktiver Vermittler beliebt machen – das alles geht aber nur, wenn alle Beteiligten ihre Kontakte auch offen einsehbar machen.

2. Ohne oder mit unprofessionellem Foto arbeiten

Profile mit Foto werden in den Suchergebnissen signifikant häufiger angeklickt als solche ohne Foto. Menschen sind neugierig und wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Nehmen Sie sich also die Zeit, Ihr Profil mit einem Foto auszustatten – und verwenden Sie darauf genauso viel Mühe wie auf ein Bewerbungsfoto! Alles andere wirkt nachlässig, desinteressiert oder unprofessionell.

3. Den Empfang von persönlichen Nachrichten deaktivieren

Sie sind bei XING, weil Sie Kontakte knüpfen oder vertiefen wollen. Wenn Sie den Empfang von persönlichen Nachrichten verhindern, verhalten Sie sich wie ein Restaurantbesitzer, der unglaublich viel Mühe auf die Dekoration seiner Fenster, den Aushang der Speisekarte und die Außenbeleuchtung verwendet – und dann die Tür verrammelt.

 


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Kommentare
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schutzpakete on 05.07.2013 at 16:59h CET

Hallo, da ich hier den ersten Kommentar schreibe, was ich nicht wirklich verstehen kann, da der Artikel sehr gut recherchiert und geschrieben wurde, möchte ich etwas weiter ausholen.
Ich finde das Thema sehr wichtig, da es so viele Frauen gibt die nach einer Babaypause nicht wissen wie sie einen Wiedereinstieg ins Berufsleben erreichen könenn. Auch den Allgemeinen Kurs/Buch Xing für Dummies kann ich nur empfehlen. Man bekommt in überschaubaren und leicht verständlichen Abschnitten die Möglichkeiten in Xing erklärt. Nochmals vielen Dank für den super Artikel.

Peter Demel on 29.07.2013 at 12:13h CET

Hallo,
ich kann mich den vorherigen Kommentar nur anschließen.
Also ich finde den Beitrag auch schön recherchiert und gut geschrieben.
Und das Xing für Dummies ist einfach super.
Danke für den Beitrag.

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