Social Media als Jobmaschine — so könnte man den Titel einer Veranstaltung zusammenfassen, auf welcher ich am Mittwoch eingeladen war. Der Bundesverband der Deutschen Industrie und der Branchenverband BITKOM hatten mich gebeten, zum Thema „Wirtschaftstreiber Social Media?! – die Rolle sozialer Medien für Wirtschaft und Wertschöpfung“ zu sprechen. Eine interessante Veranstaltung, mitten in Berlin, mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Und einem besonderen Gast aus den USA: Marne Levine, Vice President Global Policy bei Facebook.
Sie betonte in ihrer Rede die Chancen, die Social Media bieten. Und auch ich glaube, diese Perspektive ist die richtige, wenn wir diskutieren, wie wir soziale Medien künftig gesellschaftlich nutzen wollen. Denn die Möglichkeiten gerade für den Standort Deutschland sind erheblich. Zwar betreten wir Neuland, es gibt auf dem Weg vielen offenen Fragestellungen zu begegnen. Aber die Diskussionen dürfen nicht zu sehr von Angst und Restriktionen geprägt sein, denn dies liefe Gefahr, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher sozialer Medien noch weiter zu verschlechtern. Was weder den Unternehmen selbst, noch den Verbrauchern noch der gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes dienlich wäre.
Auch in einem anderen Punkt stimme ich mit Marne Levine überein: Soziale Netzwerke sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie schaffen Tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland! Allein die XING AG ist am Standort Hamburg Arbeitgeber von mehr als 450 Menschen. Darüber hinaus bieten wir auf unserer Plattform zahlreichen Berufsgruppen die Möglichkeit, von unserem Produkt wirtschaftlich zu profitieren und Arbeitsplätze zu schaffen oder zu vermitteln.
Das ist nur eine Facette des Wachstumstreibers Social Media. So können soziale und gerade professionelle Netzwerke dabei helfen, intransparente Märkte plausibler zu machen. Dies war eine der zwei Thesen meiner Rede. Im Bereich des Arbeitsmarktes schaffen wir beispielweise eine hervorragende Übersicht, wo offene Stellen zu finden sind und geben Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten und aufeinander zuzugehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist unsere Initiative mit dem Bundesfamilienministerium, wo wir versuchen, mit unserem Netzwerk Frauen nach der Elternzeit bei dem Wiedereinstieg aktive Hilfestellung leisten.
Meine zweite These: Soziale Netzwerke helfen dabei, Beziehungen zu demokratisieren. Wir erleben durch die zunehmende Digitalisierung auch einen weitreichenden gesellschaftlichen Wandel. Durch kooperative und kollaborative Arbeitsmöglichkeiten entstehen dabei neue Arbeits- und auch Beteiligungsformen. Diese werden alle Lebensbereiche erfassen.
Diese damit verbundenen Chancen können wir nur nutzen, wenn wir verantwortungsvoll mit diesen vielfältigen Möglichkeiten umgehen. Das heißt für mich aber auch, dass alle Marktteilnehmer gleiche Rahmenbedingungen vorfinden. Daher werde ich nicht müde, für Deutschland und Europa ein „level playing field“ – einen fairen und gleichen Wettbewerb für alle – zu fordern. Mit dem Blick auf Deutschland und Europa gibt es hier viele Möglichkeiten, gemeinsam neue Wege zu gehen.
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´Hallo Herr Dr. Gross-Selbeck,
gibt es von der Veranstaltung einen Video- oder Audiomitschnitt? ´Wenn ja: wo kann man ihn dow´nloaden?
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Krebs