Christian Burtchen am 05.10.2011 um 13:20Uhr MEZ
Als der Architekt und Maler Werner Krömeke 2009 in Hamburg ankam, sah er sich natürlich auch in XING nach Möglichkeiten zur lokalen Verwurzelung um – und fand in der XING-Gruppe Blankenese ein digitales Heim. Der kollegiale Umgangston – „alle sind unheimlich herzlich“, erklärt Krömeke trugen ebenso ihren Anteil daran wie die monatlichen Offline-Treffen der Gruppen. Auf einem dieser Events schließlich lernte Krömeke die Fotografin Marie-Christine Möller kennen. Und getreu dem für die offiziellen XING-Events üblichen Motto „Persönliches zählt, Geschäftliches ergibt sich“, ergab sich aus dem Kontakt dann auch direkt ein Fotografie-Auftrag – und die Idee zu einer Zusammenarbeit.
Schon lange waren Krömeke „die wunderschönen Hausboote im Eilbekkanal“ aufgefallen und es kam die Idee zu einem Projekt, dass dieser einzigartigen Promenade Rechnung trägt. Neun Hausboote, in einem durch die Stadt Hamburg ausgerufenen Wettbewerb nach architektonischen Kriterien ausgewählt, sind nun hier zu finden, und unterscheiden sich teilweise durchaus deutlich vom rustikalen Charme umgebauter Seelenverkäufer, die mitunter zu Hausbooten werden.
Diese „neue architektonische Richtung“ sollte in einer angemessenen Form dokumentiert werden – zum ersten Mal, wie Krömeke bemerkt. Zusammen mit dem Autor Thorsten Lindner fand sich das Team dafür über XING zusammen. In einem umgebauten High-Tech-Tretboot fuhren Fotografin, Maler und Autor entlang der Hausboote – und stießen bei den Bewohnern auf großes Interesse und rege Gesprächsbereitschaft.

Fotografin Marie-Christine Möller und Autor Torsten Lindner bei einem Interview. (Für größere Ansicht auf Bild klicken.)
„Fast alle fanden die Idee zu unserem Projekt sehr lustig und interessant“, erzählt Krömeke. Ängste um die öffentliche Zurschaustellung der eigenen vier (Boots-)Wände gab es kaum – nur eine Person bat bei der Dokumentation um Zurückhaltung, weil nicht aufgeräumt war. Viele lange Gespräche führte das Team mit den Bewohnern über ihre Erfahrungen und ihr Leben. Wie es ist, auf einem Hausboot zu leben? „Weniger Fernsehen, die Leute schauen mehr aus dem Fenster“, scherzt Krömeke, um dann zu konstatieren: „Es ist beeindruckend, mit welchem Herzblut die Leute dort Leben, was für eine Art Gesinnungsgemeinschaft sich gebildet hat. Das hat man sonst nicht in der Großstadt.“ Lediglich das öffentliche Interesse nerve einige Bewohner mitunter, weil jeder Abend auf der Terrasse zwangsläufig auch einer im Schaufenster sei.
Wir freuen uns sehr über diese Aktion, dass die großartigen lokalen Vernetzungsmöglichkeiten und daraus entstehende phantastische Projekte eindrucksvoll vorführt. Natürlich können Sie sich das Resultat der Arbeit auch live ansehen – erstmalig werden die Ergebnisse in einer Ausstellung im „Stadtmodell Hamburg“, Wex-Straße 7 (12–30. Okt. 2011, Öffnungszeiten Di-Fr 10-17 Uhr, Sa.+So 13-17 Uhr) vorgestellt. Zur Website des Projektes.
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