Katharina Döpke

Katharina Döpke am 04.03.2010 um 10:41Uhr MEZ

Helfe ich der Dame in ihren Mantel? Darf ich meinem Gegenüber nun das ‚Du‘ anbieten? Was schickt sich heutzutage und was ist eher außer Mode geraten? Knigge und Business-Etiquette sind momentan heiß diskutierte Themen, auf gute Manieren wird wieder sehr geachtet. Auch wenn man einmal die wichtigsten Regeln des hiesigen Benimm-ABCs gelernt hat, stellen Geschäftsreisen ins Ausland oder Meetings mit Verhandlungspartnern anderer Nationalitäten oft große Herausforderungen dar.

Omaina Hamid Hamid Aziz aus Pakistan erklärt Sitten und Manieren aus ihrem Heimatland.

Dass XING-Events neben After Work Parties, X-Table Dinners oder Sportaktivitäten auch interessante Vorträge sein können, zeigte uns die Ambassador Gruppe Bremen und Umgebung. Im Rahmen der Ausstellungs- und Vortragsserie ‚Manieren‘ des Focke Museums in Bremen präsentierten acht internationale Studierende der Jacobs University die Sitten und Gepflogenheiten ihrer Länder. Organisiert wurde die Veranstaltung von Gabriela Meyer, PR-Koordinatorin der Jacobs University, und der Gruppe Bremen und Umgebung. Unter dem Motto „Knigge rund um den Globus“ wurden die Länder Russland, Ecuador, Thailand, Rumänien, USA, Dänemark, Pakistan und Japan repräsentiert.

Im Laufe des Abends lernten die knapp 140 Anwesenden diverse nationale Besonderheiten und Unterschiede kennen, so zum Beispiel, dass es in vielen Ländern ein Zeichen der Höflichkeit ist, den Teller nicht ganz leer zu machen. Während in Ecuador bei einem mittäglichen Geschäftsessen durchaus Alkohol getrunken wir, sollte man sich in den USA bei den alkoholischen Getränken sehr zurückhaltend zeigen. Fröhlich erklärte die Studierende aus Pakistan, die einzige Regel beim Essen in ihrer Heimat sei ‚Es gibt keine Regeln‘! – Wenn’s nur überall so einfach wäre!

Besondere Aufmerksamkeit ist dagegen in Japan gefragt. Anders als bei uns oder auch in den USA ist es in Japan höchst unhöflich seinem Gegenüber in die Augen zu schauen. Je höher der Stand des Einen, desto tiefer gerichtet sind die Blicke des Anderen. In Dänemark sollte man sich auf jeden Fall ausdrücklich fürs Essen bedanken – Tak for mad – und in Thailand niemals jemandem an den Kopf fassen, denn dort lebt nach dem dortigen Glauben die Seele. Einem Russen kann man anstatt durch harte Verhandlungen, eher Informationen durch ein informelles Gespräch entlocken und eine besonders interessante Information für alle Deutschen kam von dem ukrainischen Studierenden: Niemals Socken in Sandalen anziehen!

Studierende der Jacobs University, Gabriela Meyer, Initiatorin des Events, und Dr. Frauke von der Haar, Geschäftsführerin des Focke Museums.

Neben den speziellen Gepflogenheiten der repräsentierten Länder, lernte die Bremer XING-Gemeinde vor allem, dass es sich durchaus bezahlt macht, sich vor einem Business-Trip ins Ausland ausgiebig zu informieren. Der Erfolg von internationalen Kontakten oder die Pflege von bestehenden internationalen Beziehungen, ob nun online oder vor Ort, hängt stark von solchen Gesten ab.


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Kommentar
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Ulrike Sennhenn on 05.03.2010 at 10:13h CET

Eine tolle Idee für ein XING-Event! Und mit einer Universität zu kooperieren ist ein interessanter Ansatz … den werde ich mal verfolgen ;-)

Herzliche Grüße, Ulrike

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