Oliver Williamson von der Universität Berkeley in Kalifornien ist zusammen mit Elinor Ostrom diesjähriger Gewinner des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften. Die Begründung des Preiskomitee klingt ein wenig sperrig: Er erhält die Ehrung für „seine Analyse ökonomischer Governance – insbesondere der Grenzen der Firma“.
Sie werden sich vielleicht fragen, was das mit XING zu tun hat? Eine ganze Menge. Denn Oliver Williamson ist in erster Linie für sein Konzept der sogenannten Transaktionskosten bekannt. Damit sind die Kosten gemeint, die im Zusammenhang mit einem Geschäftsabschluss entstehen. Dazu zählen z.B. die Kosten für die Suche nach einem geeigneten Geschäftspartner, die Kosten der Kontaktanbahnung, die Kosten der Verhandlung vor einem Abschluss, aber auch Kosten, die nach Vertragsabschluss entstehen, z.B. für die Kontrolle der Einhaltung von Zusagen.
Diese Kosten sind wesentlicher als es scheint. Etwas vereinfacht gesagt kommt Williamson zu dem Ergebnis, dass Transaktionskosten eine große Rolle spielen für die gesamte Struktur unserer Wirtschaft. Denn Transaktionskosten erklären unter anderem, warum es überhaupt Firmen gibt anstatt nur Freiberufler, die am freien Markt ihre Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Wegen dieser Kosten ist es für bestimmte Transaktionen günstiger, sie innerhalb eines größeren Unternehmens stattfinden zu lassen. Wenn man Transaktionskosten niedrig halten kann, kommen eher kleine Firmen bzw. Freiberufler zum Zuge.
Damit wird deutlich, was das mit XING zu tun hat. Ob es um die Suche nach einem neuen Mitarbeiter geht, das Auffinden des richtigen Ansprechpartners in einem Unternehmen, das Recherchieren über potentielle Geschäftspartner oder generell um den Aufbau von Vertrauen durch Herstellung von Kontakten: All diese Aktivitäten werden durch XING wesentlich vereinfacht und beschleunigt. Williamson würde sagen: XING reduziert Transaktionskosten.
Das klingt etwas theoretisch – aber tatsächlich liegt darin ein ganz wesentlicher Beitrag, den wir als professionelles Netzwerk leisten können. Tag für Tag helfen wir Zehntausenden dabei, die Geschäftsanbahnung zu vereinfachen. Es ist deswegen auch kein Zufall, dass gerade Freiberufler zu unseren treuesten und aktivsten Nutzern zählen. Dank XING können sie sich im Netzwerk positionieren, können sich „findbar“ machen und hilfreiche Kontakte knüpfen. Unzählige „Transaktionen“ sind dadurch zustande gekommen – zum Nutzen aller Beteiligten. Darauf sind wir stolz, und es ist unser Ehrgeiz, hier zukünftig noch mehr zu leisten. Und dank Oliver Williamson ist das für uns alle ein bisschen klarer geworden.
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