Wer sich im Internet bewegt, ist gut beraten, seine Privatsphäre zu schützen und seine Daten nicht jedermann freizugeben. Schließlich lässt sich alles, was es in der Offline-Welt gibt, in Varianten auch online finden und dazu gehören leider nicht nur positive Erfahrungen und wohlmeinende Menschen. So gilt es, sich auch in Social Networks wie XING mit offenen Augen und gesundem Menschenverstand zu bewegen. Auch bei XING kann übrigens vorkommen, dass unseriöse Angebote gemacht werden. In diesem Fall bitten wir Sie, uns das Mitglied bzw. die Nachricht zu melden. Unabhängig von dem Schutz, den die Betreiber bieten, kann man als Nutzer einiges tun, um sich und seine Privatsphäre selbst zu schützen.
Zuallererst möchte ich empfehlen, dass jeder Nutzer sich Gedanken darüber macht, mit welchen Informationen er gefunden werden möchte. Was ist privat, kann aber gerne öffentlich bekannt werden? Und was ist mir zu privat, um es aller Öffentlichkeit zu zeigen? Wenn man sich dies klar gemacht hat, lässt sich das eigene Profil und Nutzungsverhalten sehr gut steuern.
Ihre Kontaktdaten können Sie anderen Mitgliedern individuell freischalten. Dabei finde ich es hilfreich, dass ich in meinen Einstellungen die Freigabe der „geschäftlichen“ Kontaktdaten als Standard gespeichert habe und mir dann bei jedem neuen Kontakt individuell überlegen kann, ob ich der Person noch mehr, also bspw. meine privaten Telefonnummer freischalten möchte. Die Standardeinstellung können Sie übrigens bei jeder neuen Kontaktbestätigung ändern.
Es ist ganz gut, sich das eigene Profil einmal im ausgeloggten (!) Zustand anzusehen, dann sehen Sie genau, was andere Internetnutzer über Sie erfahren können. (Voraussetzung für diesen Test ist natürlich, dass Sie in Ihren Einstellungen festgelegt haben, dass Ihr Profil für Suchmaschinen auffindbar ist.)
Die Einstellungen zu Ihrem Profil können Sie hier festlegen. Wichtig finde ich hier vor allem, dass man erlaubt, dass bisherige Nichtkontakte einem schreiben dürfen (am besten alle XING Mitglieder). Bedenken Sie, dass Sie sonst nicht ansprechbar sind – die von Ihnen angefragten Personen können Ihnen in einem solchen Fall nicht mal antworten.
Ich sehe auch häufiger, dass Mitglieder ihre Kontaktdaten direkt unter ihrem Namen eintragen. Davon würde ich eher abraten. Denken Sie daran, dass auch Nutzer jeder Couleur diese Daten finden und Sie unter Umständen mehr Anrufe oder Mails erhalten, als ursprünglich erwünscht.
Geben Sie niemals Ihre Login-Daten an Dritte und suchen Sie sich ein sicheres Passwort aus. Und nein, der Name Ihres Kindes oder die Stadt in der Sie leben, ist kein sicheres Passwort. Auch Porsche, Sonnenschein und Passwort sind keine guten Geheimwörter. Es ist zusätzlich ratsam, das Passwort von Zeit zu Zeit zu ändern. Hier finden Sie einen lesenswerten Artikel zum Thema Passwörter.
Was die Sichtbarkeit der eigenen Gruppen und Gruppenbeiträge betrifft, so kann man grundsätzlich sagen, dass die eigene Sichtbarkeitseinstellung die der Gruppe immer „überschreibt“, sie ist also immer dominant. Ich schreibe gerne in Gruppen und bin auch immer zitierbar. Ich überlege mir aber bewusst, was ich schreibe und achte beispielsweise darauf, dass ich mich nicht in Streitereien verwickeln lasse, die sich später einmal negativ auf meine Außendarstellung auswirken könnten.
Oft werde ich gefragt: Was darf man denn schreiben und was nicht? Die schlechte Nachricht ist: Dass wird Ihnen keiner so ganz verbindlich sagen können. Die gute Nachricht: Gesunder Menschenverstand verhindert ungewollte Folgen. Das heißt konkret: Schreiben Sie nichts öffentlich, was anderen schaden könnte. In der großen Gruppe Internet und Recht lässt sich vieles bereits nachlesen. Aber auch in kleinen Newcomer-Gruppen wie der IT-Recht, Medien- und Entertainmentrecht finden Sie Fachkompetenz zum Thema.
Ihre Silke Schippmann
Sie können diesen Artikel verlinken:
http://blog.xing.com/2009/10/sicherheit-und-privatsphare/trackback/




Der offizielle XING Twitter-Account
kommentieren
Ein aufmerksames Mitglied machte mich eben drauf aufmerksam (Danke an Joachim F.!
):
Man muss sich tatsächlich nicht ausloggen, um sein Profil “wie im ausgeloggten Zustand” zu sehen. Man kann natürlich auch einfach auf die im eigenen Profil angebotene “Profilvorschau” klicken (unter “Optionen” rechts in der Box).
“Oft werde ich gefragt: Was darf man denn schreiben und was nicht? Die schlechte Nachricht ist: Dass wird Ihnen keiner so ganz verbindlich sagen können. Die gute Nachricht: Gesunder Menschenverstand verhindert ungewollte Folgen. Das heißt konkret: Schreiben Sie nichts öffentlich, was anderen schaden könnte. In der großen Gruppe Internet und Recht lässt sich vieles bereits nachlesen. Aber auch in kleinen Newcomer-Gruppen wie der IT-Recht, Medien- und Entertainmentrecht finden Sie Fachkompetenz zum Thema.”
Carsten Ulbricht von rechtzweinull.de meinte zum Thema twittern: Die Muttiregel ist entscheidend – alles, was Mutti lesen dürfe, kann man auch öffentlich schreiben
Find ich recht treffend
Die Profivorschau sieht definitiv anders aus als der ausgeloggte Zustand, denn “über mich” wird auch ausgeloggt angezeigt!
Mit besten Grüßen,
Alexander E. Schröpfer