Es gibt verschiedene Arten von Kontaktpflege. Ich bestätige nur Kontaktanfragen von Personen, welche ich zuvor im real life getroffen habe. Dies ist wichtig für mich, um die Übersicht zu behalten. Manche Bekannte und Kollegen bestätigen dagegen alle Anfragen.
Jede Vorgehensweise ist richtig, je nachdem wie wichtig einem der persönliche Austausch mit seinen Kontakten ist. Je mehr Kontakte man hat, desto herausfordernder ist es, Nähe und Verbindlichkeit zu wahren.
Kontakte ablehnen ist auf den ersten Blick immer etwas unangenehm. Das muss es aber nicht sein, wenn man einen verbindlichen und schlüssigen Antworttext schickt. Ich lehne Antworten immer mit einem freundlichen Text ab.
Aufgrund der hohen Menge an Anfragen verwende ich Standard-Texte in Deutsch (einen in Duz- einen in Siez-Form) und einen in Englisch. Diese passe ich individuell an, denn oft steht noch ein freundlicher Hinweis in der Kontakt-Anfrage oder eine Frage, die ich gerne beantworten möchte. Die Beispieltexte finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Die meisten Mitglieder haben Verständnis für derartige Absagen, wenn Ihr Vorgehen konsistent und nachvollziehbar wirkt. Sie freuen sich in jedem Fall über eine freundliche Antwort.
Wenn Sie die Tür nicht ganz schließen möchten, können Sie alternativ zur Kontaktbestätigung die Datenfreigabe anbieten, also etwa Ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer freigeben aber bitte nicht vergessen). Sie bleiben dadurch erreichbar für den anderen. Ebenfalls sehr freundlich ist der Hinweis: „Ich werde mir Ihr Profil merken, damit ich später gegebenenfalls noch einmal auf Sie zukommen kann.“
Damit schließen Sie den Kontakt zu einem späteren Zeitpunkt nicht ganz aus. Man sieht sich ja bekanntlich meist zweimal im Leben.
Ablehnen ohne Nachricht
Man kann Kontakte natürlich auch ohne Nachricht ablehnen. Der Anfragende erhält dann keine Antwort und weiß nicht, ob diese abschlägig beantwortet wurde oder noch offen ist. Das beinhaltet gleichzeitig den Nachteil für den anderen, dass er unter Umständen lange wartet und seine auf 50 begrenzten offenen Anfragen blockiert sind durch die im Prinzip erledigte Anfrage bei Ihnen. Hier gilt es abzuwägen.
Das Ablehnen ohne Nachricht kann in sehr speziellen Fällen ratsam sein, etwa wenn die Kontaktanfrage in einer für Sie unbekannten Sprache erfolgte oder Sie wissen, dass der- oder diejenige alsbald einen Versuch starten würde. Mit der Ablehnung ohne Nachricht haben Sie Ihre Ruhe.
Alternative: Löschen im Nachhinein
Ich tagge jeden einzelnen Kontakt mit sinnvollen Stichwörtern. Einer meiner Tags heißt „überflüssig“. Diese Kontakte prüfe ich zwei Mal im Jahr und gelegentlich lösche ich auch schon mal den einen oder anderen. Das sind üblicherweise Menschen, die mir mal vorgestellt wurden, mit denen sich aber niemals ein Gespräch oder Austausch entwickelt hat.
In diesen Fällen lösche ich den Kontakt ohne vorherige Nachricht. Da ich sie über meine Tags in Kontakte suche, muss ich sie nicht zuvor anklicken. Ich denke mir, ich teile auch niemanden mit, wenn ich seine Visitenkarte wegwerfe. Warum sollte ich die andere Person jetzt damit konfrontieren, dass ich hier derzeit keine Synergien sehe oder Grund zum weiteren Kontakt? Hier kommen sehr selten Nachfragen, die meisten merken es wohl kaum.
Zusammenfassung: Kontaktmanagement zählt
Ich muss in meinen Kontakten Ordnung halten, nur so kann ich in möglichst regen Austausch mit den faszinierenden Menschen in meinem Netzwerk bleiben. Und dies erweitert sich nach jeder Veranstaltung, bei der ich weitere XING-Mitglieder kennen lernen kann. Vielleicht ja eines Tages auch Sie?
Kontaktanfrage ablehnen – Beispieltext Deutsch:
Lieber Herr / Frau <Name>,
vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Person. Ich muss Sie jedoch leider um Verständnis dafür bitten, dass ich Ihr Kontaktangebot derzeit nicht bestätigen kann.
Nur so kann ich meine eigenen Kontakte aufgrund der hohen Anzahl an Anfragen noch überschauen. Aus diesem Grunde bestätige ich nur noch Anfragen von Mitgliedern, denen ich im realen Leben bereits begegnet bin oder wenn es eine spezifische Gründe für den Kontakt oder eine künftige engere Zusammenarbeit geben wird. Sollten wir uns einmal persönlich begegnen, komme ich gerne auf Ihr freundliches Angebot zurück.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, bis bald auf der Plattform,
Kontaktanfrage ablehnen – Beispieltext Englisch:
Dear Mr. / Mrs. <Name>,
Firstly, thank you so much for contacting me. With millions of members on XING, I’m always truly touched by members that find their way to each others profiles including you to mine.
I’m very excited about using XING to manage social/business contacts. It’s amazing to see which people you have in common. For this reason, I have taken the decision to connect with members that I’ve either had personal contact with face to face or a strong specific want/ have for future collaboration.
I’m happy for us to stay in touch via email. At this stage I have postponed your request to connect and I hope that one day we do meet so we can connect.
Regards
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Danke für die interessanten Anregungen.
Das Problem, alle Kontakte anzunehmen und ggfs. zunächst mit “überflüssig” zu taggen besteht aber darin, dass die “Anderen” sehen, dass man diese Person als Kontakt hinzugefügt hat.
Und man wird schließlich auch an seinen Kontakten gemessen.
Kürzlich habe ich einen Kontakt beendet, nachdem dieser in seiner Statuszeile geschrieben hat, dass er der Gruppe “Piratenpartei” beigetreten ist.
Vielleicht habe ich ihm unrecht getan, er hat mich daraufhin auch angerufen, aber ich möchte halt nicht in diese Ecke gestellt werden.
Diesen Blickwinkel kann ich nicht ganz nachvollziehen Frank. Nur weil einer meiner Kontakte in der Gruppe der “Vegetarier” ist, bin ich doch noch kein Vegetarier. *kopfschüttel*
Möchen Sie einen NPDler als Kontakt haben? Ich nicht. Mit den Vegetariern ist das also nicht zu vergleichen. Ebenso möchte ich mit Linken und Piraten nichts zu tun haben.
@Frank: Schon mal etwas von Toleranz gehört?
Das hat nichts mit Tolerenz zu tun. Hier geht es um den Fortbestand unserer Demokratie und somit unseres Wohlstands. Wären die Deutschen vor vielen Jahren nicht so tolerant gewesen…
Frank, Ihnen ist aber schon klar, dass die Piratenpartei sich gerade mehr als alle “etablierten” Parteien zusammen um den Fortbestand unserer Demokratie sorgt?
Frischer Wind ist zwar immer gut, aber allein der Name “Piratenpartei” zeugt nicht von Seriösität. Und ist nicht Thauss dorthin “geflüchtet”?
Wer sich Sorgen um unsere Demokratie macht und nicht die etablierten wählen will, kann ja http://www.fuervolksentscheide.de/ wählen. Die sind seriös. Den Vorsitzenden kenne ich persönlich. Er ist Finanzbeamter und setzt sich auch für Bürokratieabbau und Steuervereinfachung ein. Und allein in der Bürokratie und dem irrwitzigen Steuerrecht liegt ja schon eine Gefahr für unsere Demokratie.
Allerdings bin ich der Meinung bin, dass sich die FDP sehr wohl für unsere Demokratie einsetzt, insbes. auch für die Bürgerrechte und den Datenschutz. Fragen Sie mal Frau Leutheusser-Schnarrenberger! http://www.leutheusser-schnarrenberger.de/
Aus dem Wahlprogramm der FDP:
Die FDP bekennt sich zur repräsentativen Demokratie. Die will diese aber um Elemente der direkten Demokratie bereichern. Deshalb setzen wir uns für Bürgerentscheide, Bürgerbegehren und Bürgerbefragungen auf Landes- und Bundesebene ein.
Die FDP ist meines Erachtens die einzige Partei, die Hoffnung auf Bürokratieabbau und Steuervereinfachung macht, weil sie auch im zukünftigen Bundestag vertreten sein wird. Und was könnte unserer Demokratie besser tun?
Hallo zusammen, ich bin in der IT-Branche tätig und befasse mich unter anderem mit Datenschutzthemen. Bezug nehmend auf die Piratenpartei kann ich nur sagen, dass es auch meiner Meinung nach die einzige Partei ist, die sich für Datenschutz und dessen Einhaltung einsetzt. So wie es vor einigen Jahren die Grünen in Bezug auf den Umweltschutz getan haben. Das eine neue Partei kein allumfassendes Konzept hat ist denke ich nur natürlich und ob der Name Die Grünen wirklich seriöser ist als Piratenpartei lass ich mal dahingestellt.
Es ist erschreckend, das es den meisten Menschen nicht bewusst, oder sogar egal ist welche Möglichkeiten sich durch fehlenden Datenschutz ergeben und wie groß der Missbrauch schon heute ist. Allen Jasagern und Zweiflern möchte ich nur sagen, das Ermächtigungsgesetz von 1933 stellte an sich betrachtet auch kein Problem dar – solange es eben keiner Missbraucht.
Genau diese Art von Missbrauch wird aber irgendwann geschehen, wenn die Infrastruktur, die sich durch diverse Gesetzesänderungen seit dem 9.11, der Vorratsdatenspeicherung, den Videokameras und den RFID-Chip in Ihrem Kopf -äh- in Ihrem Ausweis (den Sie ab Oktober 2010 nur noch so erhalten) erstmal fertig gestellt ist. Von solchen Zuständen hätten die Kollegen von der Staatsicherheit der DDR noch nicht einmal zu träumen gewagt.
Einen Artikel zu diesem Thema finden Sie hier http://ds.ccc.de/pdfs/ds092.pdf