Dr. Johannes Mainusch am 10.08.2009 um 10:03Uhr MEZ
Wer sich mit dem Internet Explorer 6 (IE6) auf unserer Plattform einloggt, wird nun im Applikationsbereich gebeten, den Browser zu aktualisieren. Dazu von mir einige Gedanken:

Das Logo der "IE6 must die!"-Initiative
Wie gern würden wir laut schreien: “IE6 must die!”. (Kennen Sie die entsprechende Twitter-Aktion und die Bewegung über siebzig namhafter Websites?) Oder wie gern würden wir unsere Seiten für die Benutzer des Internet Explorers in schwarz-weiß anzeigen lassen (für den kleinen Teil der Internetbevölkerung, der sich noch an den Übergang von Schwarzweiß-Fernsehen auf Farbe erinnert…). Aber leider alles fruchtloser Kampf ehrenwerter Web-Don-Quichottes gegen elektronische Windmühlen großer Konzerne.
Warum diese Meinung? Hier die Begründung:
In den letzten Wochen haben wir gemessen, mit welchen Browsern unsere Benutzer unsere Seiten besuchen. Als ich kürzlich in einer Web-Gazette las, dass 11,7% der Deutschen noch mit ie6 surften, musste ich dann etwas schmunzeln. So genau ist das also festzustellen?
Hier also die für uns genaue Antwort über einen Zeitraum von sieben Tagen analysiert:

Übersicht der genutzten Browser.
Wir stellen die prozentuale Nutzung der verschiedenen großen Browser gegen im Zeitraum von acht Tagen dar. Interessant ist dabei der untere grüne Bereich, der die Nutzung des IE 6 wiedergibt. Die Struktur verrät einiges:
- Am Wochenende wird der IE6 nicht besonders stark benutzt.
- Nachts surfen die chinesischen Benutzer mit einem hohen IE6-Anteil.
- In den Arbeitsstunden in der Woche steigt die Nutzung des IE6 auf über 20%.
Warum das? Antwort: weil in den Unternehmen der IE6 noch sehr verbreitet ist. Aus meiner Konzernvergangenheit weiss ich, wie schwer sich ein großer Konzern mit dem Wechsel eines Browsers tut, an dem 50 bis mehrere hundert Intranetapplikationen hängen, die täglich funktionieren müssen. Und das von mehreren 10.000 Arbeitsplätzen aus.
Es lohnt sich auch nicht, die Benutzer mit Appellen zum Wechsel zu belästigen, denn die haben in der Regel keinen administrativen Zugriff auf ihren Arbeitsplatzrechner. Die Administratoren in den Firmen haben in der Regel keinen Auftrag und somit kein Budget, um einen Wechsel auf allen Arbeitsplatzrechnern zu tätigen. Und als Chef einer großen Firma wäre ich auch eher zögerlich, ein solches Infrastrukturprojekt in einer total heterogen gewachsenen Landschaft mit ungewissen Risiken zu beauftragen.
Fazit: Aus meiner Sicht wird uns der Internet Explorer 6 (leider) noch so lange erhalten bleiben, wie er auf den aktuell verwendeten Windows Betriebssystemen läuft.
… Obwohl, XING in schwarz-weiß hätte schon einen gewissen retro-futuritischen Charme.




Der offizielle XING Twitter-Account
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Danke fürs Teilen dieser interessanten Statistiken. Es gibt viel zu wenig solcher Daten offen im Netz…
Im Fazit bin ich jedoch anderer Meinung:
1. Ob etwas als Belästigung wahrgenommen wird, liegt insbesondere an der Art der Präsentation und dem Inhalt/der Formulierung. Ich bin sicher, man kann einen dezenten aber sichtbaren Hinweis so formulieren, dass er nett transportiert worum es geht.
2. Mitarbeiter haben indirekt auch Einfluss. Es müssen nur genug bei ihrem Chef und der IT nach einem neuen Browser fragen… Warum sollte ich als Chef etwas ändern was offensichtlich keinen Mitarbeiter stört?
3. Beides sollte man beim Botschaften-Texten berücksichtigen: Nicht “Update jetzt du bist veraltet”, sondern “Du hast Vorteil X wenn du jetzt selbst updatest oder alternativ deine IT/deinen Chef bittest, upzudaten”.
Ich habe selbst meinen letzten IE6 kürzlich erst aktualisiert und damit meine einfache Möglichkeit verloren, eure Update-Message zu sehen. Wie sieht sie bei euch aus und was sagt sie?
Und welche Konsequenz leitet ihr aus der Statistik ab? Werdet ihr weiterhin alles JavaScript+HTML IE6-tauglich halten? — Auch wenn MSN und YouTube gerade den IE6-Support beednen? Ab wie viel Prozent darf man eurer Meinung nach den IE6 vernachlässigen?
Immerhin hat sich selbst Microsoft dazu entschlossen, bei den Office Web Apps nicht mehr IE6 zu unterstützten:
http://blogs.msdn.com/officewebapps/archive/2009/08/05/9858563.aspx
In der Diskussion mit Chefs und IT Abteilungen kann man vielleicht auch dafür plädieren, den IE6 weiter als Legacy Client für Intranet Applikationen zu nutzen, aber schon aus Security Gründen für das Web einen aktuellen Browser wie z.B. FF, Chrome oder Opera zu installieren (parallele IE7 oder IE8 Installationen sind ja eher problembehaftet)
Ich bin der Meinung, dass man ältere Browser nicht mehr unterstützen sollte sobald diese einen Marktanteil von weniger als 10% erreichen. Andere Meinungen? Viel interessanter ist doch aber die Frage, ab wann neue Browser zu unterstützen sind? Siehe IE 8 oder Google Chrome…
Wenn schon XING im Retro-Style dann aber bitte in Sepia.
…Sepia? Ich dachte bei SW eher an den Wechsel von SW zu Farbfernsehen… Ich war damals zwar noch sehr jung, aber fand die Änderung enorm.