Die Entwicklung unserer Plattform ist eine sehr spannende und interessante, allerdings auch komplexe und dynamische Angelegenheit: Hunderte von Funktionen, 16 Sprachen, unterschiedliche Bezahlsysteme, über 20 technisch angebundene Partner, vier Umsatzquellen und über 100 Mitarbeiter, die mit der Weiterentwicklung beschäftigt sind. Gleichzeitig müssen wir in der Lage sein, Markt- und Businessanforderungen schnell umsetzen zu können.
Damit möglichst wenige Reibungsverluste entstehen und unsere Arbeitszeit optimal genutzt wird, bedarf es eines unseren Bedürfnissen angepassten Projektmanagements. Eines agilen Managements, wie es z.B. dem Scrum-Ansatz zugrunde liegt.
Diese Artikelreihe erklärt, wieso wir uns für Scrum entschieden haben, was die Herausforderungen dabei waren und wie wir letztendlich vorgingen.
Warum Scrum – Agiles Projektmanagement für ein agiles Netzwerk
Die Projekte im Umfeld von XING sind selten an externe Rahmenbedingungen geknüpft. Wir müssen nicht pünktlich zum Quartalsende Programme verkaufen, die ein vorab fest definiertes Feature-Set enthalten. Bei uns ist indes die Entwicklung meist von dynamischen Anforderungen getrieben, die unsere User und unser Business an uns stellen. Ein Beispiel: Wenn ein Service wie Twitter rasant wächst, möchten wir unseren Mitgliedern schnell eine Möglichkeit bieten, ihn im Verbund mit unserer Plattform zu nutzen – wie wir das bei den Events getan haben.
Ein agiles, adaptives Vorgehen bietet uns die Möglichkeit, schnell und oft auf diese Anforderungen zu reagieren. Es ermöglicht uns, unsere Produkt-Roadmap, die Projektplanung sowie unsere Projektziele regelmäßig und ohne Reibungsverluste anzupassen. Dies ist oft ein Problem der klassischen Software-Entwicklung nach dem Wasserfallmodell: Ein über mehrere Monate angelegtes Projekt, das erst spät lauffähige Resultate aufzeigt, führt bei einer Neuausrichtung zu Budget- und Terminschwierigkeiten.
Mit Scrum ist das anders: Auf Projektebene können wir intern sofort und ab dem Beta-Stadium auch extern alle ein bis drei Wochen neue Features veröffentlichen und früh wertvolles Feedback sammeln. Wir legen uns also nur für eine extrem kurze Zeit fest und liefern im Anschluss ein fertiges Stück Software, das sofort releast werden kann. Außerdem signalisiert ein regelmäßiger Veröffentlichungszyklus auch den Nutzern, dass etwas auf XING passiert und sie Teil dieser Entwicklung sind. Das passt zu unserer neuen Ship It!-Strategie. Wir trennen auf diesem Weg wertvolle von vermeintlich wertvollen, aber kaum beachteten Features und entwickeln nur noch, was unseren User, Kunden und uns intern am wichtigsten ist.
Scrum bietet uns aber noch mehr Vorteile: Fehler – inhaltlicher Art oder im Code – können zeitnah bereinigt werden, da die QA im Team von Anfang an mitarbeitet. Bei einem Release haben wir so ohne eine zusätzliche Testphase am Ende des Projekts eine sehr gute Qualität erreicht. Außerdem sind die Mitarbeiter durch die stärkere Einbeziehung des gesamten Teams im kompletten Projektverlauf motivierter und können ihr Potenzial – auch außerhalb ihres Fachgebietes – vermehrt einbringen.
Im nächsten Teil geht es um die Herausforderungen, vor welche uns die Einführung von Scrum stellte.



Der offizielle XING Twitter-Account
kommentieren