Silke Schippmann

Silke Schippmann am 24.04.2009 um 11:54Uhr MEZ

In Zeiten wie diesen wird uns die folgende Frage immer häufiger gestellt: Wie kann ich mein XING Profil optimal gestalten, wenn ich auf Jobsuche bin? Wir möchten Ihnen in dieser mehrteiligen Reihe auf die wichtigsten Fragen Antworten und Tipps geben, wie Sie statt Fettnäpfchen den nächsten Traumjob ergattern.

Idealerweise hat man bereits vor der Suche sein Netzwerk effektiv ausgebaut – in der Firma, im Sportclub, beim Klassentreffen. Einige Mitglieder auf Jobsuche lassen den letzten Arbeitgeber noch eine ganze Weile im Profil, für die erste Zeit ist das meiner Meinung nach auch legitim. Aber: Wenn der Arbeitgeber darauf besteht, dass Sie Ihren Eintrag ändern, sollten Sie dem natürlich nachkommen. Aus dem derzeitigen Arbeitgeber wird dann der ehemalige, klar soweit.

Aussagekräftig zur Schau stellen – die Profileinstellungen

Was kann man als Arbeitssuchender aber nun eintragen unter dem Pflicht-Feld „Arbeitgeber“? Einige Mitglieder tragen dort ihren Namen erneut ein – was ich für wenig sinnvoll halte. Dann steht in der Ansicht für andere Mitglieder der eigene Name unter dem eigenen Namen. Wenig aufregend also, und wenig hilfreich: Schließlich geht aus Ihrem Namen in den seltensten Fällen hervor, dass Sie ein begnadeter Perl-Entwickler oder ein phantastischer Mediaplaner sind.

Geschickter ist es hier deswegen, Bezeichnungen einzutragen wie „Freelancer“, „Auf Suche“ oder vielleicht etwas origineller „Hier könnte Ihr Firmenname stehen!“. Außerdem kann das  wechselgeneigte Mitglied auch unter „Ich suche“    „Herausforderung“, „Veränderung“, „Job“ oder Ihre künftige Stellenbezeichnung eintragen. Denn: Recruiter suchen in der Regel nach Berufstiteln oder für innerhalb bestimmter Firmen. Diesen Pass sollte spielen, wer gefunden werden will. Für  diesen Zweck ist es auch legitim, ein „(Ex-)“  bei der letzten Firma zu ergänzen. Gefunden wird man dann trotzdem! Der Jobtitel muss meines Erachtens nicht zwangsläufig geändert werden – den man verliert ja nicht die eigene Qualifikation und der Zustand der Suche ist hoffentlich ein bald vorübergehender.

Sind Sie in einer Beschäftigung und soll der eigene Arbeitgeber noch nichts von der Jobsuche wissen,gilt es bei Profiländerungen folgendes zu bedenken: Wenn im „Neues aus meinem Netzwerk“-Feed Ihres Vorgesetzten oder auch Ihrer Kollegen ohne Ankündigung die Suche nach einem neuen Job erscheint, kann das zu Irritationen führen.

Indem Sie vor dem Verändern Ihres Profils in den Einstellungen zur Privatsphäre, Bereich „Neues aus meinem Netzwerk“  den Haken bei „Persönliches“ deaktivieren (und hinterher mit einiger zeitlicher Verzögerung wieder setzen, wenn Sie das wollen), taucht Ihre Ergänzung nicht auf der Startseite und im Newsletter Ihrer Kontakte auf. Wer Ihr Profil aktiv aufsucht, erfährt von Ihrem Veränderungswunsch  dennoch.

Ein gut ausgefülltes Profil ist die halbe Miete für eine effektive Jobsuche. Mit einem ansprechenden Benutzerbild (beachten Sie hierzu auch den Beitrag von Joachim Rumohr), einem seriös und vollständig ausgefüllten Profil sowie den richtigen Stichwörtern liegt man bereits gut im Rennen. Bei den Suchwörtern ist drauf zu achten, die relevanten Schlüsselwörter mit Kommata zu verbinden, um die Auffindbarkeit zu erhöhen. Beachten Sie auch meine Hinweise zur Unterseite „Über mich“.

Aktiv Ausschau halten – mit der Powersuche

Darüberhinaus kann man proaktiv Kontakt aufnehmen zu interessanten Arbeitgebern und relevanten Kontakten. Möglicherweise kennt einer der eigenen Kontakte jemanden, den man selbst gerne kennen lernen möchte? Hervorragend. Beachten Sie hierzu auch meinen vorherigen Beitrag zur Powersuche. Nutzen Sie die vorgefertigen Suchmasken für jene Mitglieder, die bieten, wonach Sie suchen – und umgekehrt. Auch die Suche nach Mitgliedern, die in vielen Ihrer Gruppen aktiv sind, kann sich auszahlen – Sie haben bei einer aktiven Kontaktaufnahme auch einen guten Anhaltspunkt.

Nutzen Sie die Möglichkeiten des Bereichs "Übereinstimmungen" in der Powersuche.

Nutzen Sie die Möglichkeiten des Bereichs "Übereinstimmungen" in der Powersuche.

Schauen Sie sich auch einmal die Profile von Personalmanagern in Ihrer Branche um – oft stehen darin gute Beschreibungen für Berufe und Fähigkeiten, die Sie für Ihr Profil übernehmen könnten. Ein Beispiel: Wenn keine relevante Agentur in Ihrer Umgebung nach “Webdesign” sucht, sondern alle nach “XHTML”, “HTML 4″ und “CSS 3″, sollten Sie Ihre XING-Visitenkarte entsprechend anpassen, um leichter zu finden und gefunden zu werden.

In der nächsten Woche beschäftigen wir uns damit, wie Sie etwa Gruppen und das XING-Job-Portal ideal für sich nutzen können. Haben Sie Fragen oder Wünsche für einen künftigen teil der Serie? Schreiben Sie einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag.

Ich wünsche allen Suchenden viel Erfolg und weiterhin fröhliches Netzwerken!


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Kommentar
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Daniela Lucas on 05.05.2009 at 11:37h CET

Danke für diesen sehr hilfreichen und informativen Artikel ! Ich hoffe, dass er viele wechselwillige Xing-ler erreicht.

Als professionelle Recruiterin habe ich noch einige kleine Anmerkungen:

1) nach Positionsbezeichnung würde ich i.d.R. nicht suchen, da diese viel zu wenig standardisiert sind.

2) wir verwenden meist die Stichwortsuche, da viele Profile unvollständig sind und z.B. das “ich biete” Feld leider oft leer oder wenig aussagekräftig ist. Bei den Stichworten ist aber zu beachten, dass hier keine Wildcards funktionieren. Insbesondere Bewerberinnen sollten daran denken und lieber die männliche Form verwenden.

3) wer sich als stellensuchend outen möchte, kann das auch über den Status “arbeitssuchend” im Profil (unterhalb von Auszeichnungen) tun. Hiernach suchen wir regelmässig.

4) dagegen lässt sich nach dem Feld “warum ich auf Xing bin” leider nicht suchen. Somit ist die Angabe “einen neuen Job finden” zwar hilfreich, aber erst, wenn man bereits gefunden wurde.

5) offensichtlich hält sich hartnäckig das Gerücht, dass alle mit dem Status “Personalvermittler” nach weiteren Kriterien suchen könnten, als “normale” Arbeitgeber. Dem ist nicht so !! Alles was man angibt, sieht auch der eigene Arbeitgeber und man sollte damit rechnen, das dieser sich auch regelmässig einen Überblick über seine “Schäfchen” verschafft. Also lieber sehr allgemein mit dem Zaunpfahl winken, wie z.B. “immer auf der Suche nach spannenden Herausforderungen”. Das könnte sich ja auch auf ein neues Projekt in der heutigen Position beziehen…

6) die Idee mit dem (Ex-) vor der Firma finde ich geradezu genial. Natürlich sammelt jeder Headhunter erstmal im Internet oder eben bei Xing Informationen über die in Frage kommenden Zielfirmen und wenn ich da einen frisch Ausgeschiedenen ansprechen kann, ist das doch perfekt ;-)

In diesem Sinne wünsche ich allen Stellensuchenden viel Erfolg!
Vielleicht sieht man sich ;-)

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